Hof Aischland Milch GbR - Fischgräten-Melkkarussell HBR

„Wir rechnen nicht, was sie wollen. Wir rechnen, was sie brauchen. Dann können Sie entscheiden, was sie wollen“, so die Beraterin der Hof Aischland Milch GbR. Jürgen Stolz und Norbert Beck haben schnell einen gemeinsamen Nenner bei der Stallplanung gefunden.

Betriebskooperationen sind heute keine Seltenheit mehr. Die GbR von Jürgen Stolz und Norbert Beck unterscheidet sich jedoch von vielen anderen: zwischen den beiden Gründern liegt ein Altersunterschied von fast einer Generation. Auch die Ausgangsbasis der eigenen Betriebe kann unterschiedlicher kaum sein: ein Anbindestall für 30 Kühe mit Rohrmelkanlage und ein 2-Raum-Laufstall für 80 Kühe mit D5 Fischgrätenmelkstand. Eine Gemeinsamkeit besitzen beide Standorte: es muss investiert werden, um den Milchviehbetrieb wirtschaftlich weiter betreiben zu können. Jürgen Stolz hatte zuerst die Idee gemeinsam einen neuen Stall zu bauen, von der sich die Familie Beck – Vater Norbert und die beiden Söhne Michael und Andreas – schnell überzeugen ließen. Das Vorhaben ist nicht nur betriebswirtschaftlich interessant, sondern bietet auch arbeitswirtschaftliche Vorteile wie freie Wochenenden und Urlaub. Schnell stand für die beiden Betriebsleiter fest, dass sie künftig gemeinsam in einem Karussell melken wollen. Sowohl die Holsteinherde von Jürgen Stolz, als auch die Fleckviehherde von Norbert Beck sollten in die Kooperation eingebracht werden. Auch wurde festgelegt, dass beide Rassen bei der Betriebsplanung weiter eine Rolle spielen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: In den tallneubau für 300 Kühe wurde ein 28er HBR Innenmelker-Karussell installiert.

Die beiden Betriebsleiter hatten in der Planungsphase ein klares Ziel vor Augen. So haben sie bei diversen Betriebsbesichtigungen darauf geachtet, bei welchem Hersteller was besser funktioniert und welche Ausstattung verfügbar ist. Mitentscheidend waren die Aussagen von anderen Betriebsleitern und Melkern, als auch die Erfahrung, die sie selbst bei der Melkarbeit in fremden Ställen sammeln konnten. „Die Auswahl der Referenzbetriebe war bei DeLaval am besten. Nur hier haben wir durchgehend gut funktionierende Karusselle besichtigt“, so die Betriebsleiter übereinstimmend. Zitzenkondition, Positionierung der Kühe auf der Plattform, Melkzeugzwischendesinfektion, automatisches Dippen und tierindividuelle Fütterung waren ntscheidende Kriterien bei der Auswahl des Melktechnikherstellers. „Der Preis war für uns zweitrangig, da uns sowohl das System als auch die Technik überzeugen mussten. Schließlich sind wir für die nächsten 15 Jahre an den Hersteller und den Service gebunden“, erklärt Norbert Beck die Entscheidung. Bei der Ausstattung des Melkkarussells mit Automation wurde auf viele Details geachtet: MPC 580 mit DuoVac und Servicearm, mittelschwere Melkzeuge MC93, die für beide Tierrassen geeignet sind sowie Milchmengenmessung MM27 BC.

Hof Aischland Milch GbR

Deutschland

HERDENTYP

Fleckvieh, Holstein

HERDENGRÖSSE

300

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Schon nach 3 – 4 Tagen im neuen Karussell waren wir von der Melkarbeit so weit überzeugt, dass wir uns auf die Suche nach weiteren Kühen machen wollten.

„Schon nach 3 – 4 Tagen waren wir von der Melkarbeit so weit überzeugt, dass wir uns auf die Suche nach weiteren Kühen machen wollten“, erzählt Jürgen Stolz rückblickend. Die Kühe werden von den Platzeinweisbügeln auf dem Karussell optimal zum Melker ausgerichtet und die tierindividuelle Fütterung über die am Standplatz installierten Futterschalen haben von Anfang an ihre volle Funktion gezeigt. „Man bekommt kaum mit, dass man gut zwei Stunden im Karussell steht“, erklärt Michael Beck mit Blick auf den Comfloor-Boden, der im Eingangsbereich installiert ist. Wenn die letzte Kuh die Plattform verlässt, ist die Reinigung des Karussells mit Stahlplattform dann auch schon so gut wie abgeschlossen. „Wir beginnen gleich nach dem Ansetzen des letzten Melkzeugs mit der Reinigung. Die Steuerung fährt das Karussell automatisch in die Reinigungsposition und die Reinigungsleitungen können angeschlossen werden. Damit endet für uns die Schicht“, erklären die beiden Melker.

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Entscheidend für den Betriebserfolg ist ein gesundes Wachstum. Hier sind sich die beiden Partner einig und planen keine Bestandserweiterung für die nächsten fünf Jahre. „Jetzt ist es an der Zeit Betriebs- und Arbeitsabläufe zu optimieren und einen Schwerpunkt auf die Lebensleistung und die Tiergesundheit zu legen“, definiert Jürgen Stolz die kommenden Ziele.