Mehr Geld durch langlebige Kühe

Der Begriff Langlebigkeit ist seit geraumer Zeit in aller Munde. Doch kennen wir alle die wahre Bedeutung davon? Kühe länger im Stall zu behalten ist der einfache Teil, wir schlachten sie einfach nicht. Gesunde, produktive und vor allem profitable Kühe so lange wie möglich in der Herde zu halten, ist ein bisschen anders. Diverse Studien haben im Laufe der Zeit gezeigt, dass einige Kühe anöstrisch oder stillbrünstig sind und dabei ist eine Sache klar: Wenn eine Kuh in der Herde bleiben soll, muss sie trächtig werden. Leider verlassen heutzutage zu viele Kühe vorzeitig die Herde aufgrund von „Fruchtbarkeitsproblemen“.

Kühe verlassen die Herde nicht, weil sie „Fruchtbarkeitsprobleme“ haben. Sie gehen, weil wir das Reproduktionsmanagement nicht im Griff haben. Voraussetzung für eine erfolgreiche Reproduktion ist die Besamung der richtigen Kühe zum richtigen Zeitpunkt. Ganz gleich, ob Sie im Stall sind oder auf der Weide, es ist entscheidend, zu bestimmen, welche Kühe besamt werden müssen.

Wenn wir verhindern wollen, dass Kühe aufgrund von „Problemen“ unfreiwillig geschlachtet werden, ist es sinnvoll, zunächst die Frage zu beantworten: Auf welche Kühe wir uns wann konzentrieren?

Abbildung 1: In der DelPro Reproduktionsherdenverteilung werden Tiere in unterschiedlichen Farben dargestellt (abhängig vom Reprostatus).

Die Kühe mit unterschiedlichen Farbsymbolen in einer Übersichtsgrafik darzustellen, hilft dabei. Für jeden Reproduktionsstatus wird eine andere Farbe gewählt. Möchte man nur eine Reproduktionsgruppe betrachten, kann man durch Deaktivieren der Kontrollkästchen in der Grafik zur Reproduktionsherdenverteilung (Abbildung 1) die anderen Kühe/Gruppen ausblenden. Die Kühe, die trocken, trächtig, besamt, frisch oder zuchtuntauglich sind (Schlachtkühe) werden in der Grafik nicht mehr angezeigt. Sichtbar sind nur die Kühe, die offen sind (mit rot ).

Da wir die Trächtigkeit nutzen möchten, um die Kühe aus unserem Fokus nehmen und in der Grafik zeitweise nicht anzeigen wollen, ist es wichtig, den Reproduktionsstatus zu kennen. Entweder ist eine Kuh trächtig geworden oder sie wird nach einer negativen Trächtigkeitsuntersuchung als „offen“ bestätigt, und rückt damit wieder in unseren Fokus. Über den DelPro FarmManager und den DelPro Companion haben Sie Zugriff auf Standardlisten wie "Besamung fällig", mit denen Kühe angezeigt werden, die besamt werden müssen. DelPro kann auch die Vorbereitung von Tierarztbesuchen automatisieren, sodass alle zur Trächtigkeitsuntersuchung anstehenden oder zu lange nicht tragenden Kühe zum richtigen Zeitpunkt zu diesem Besuch hinzugefügt werden. Wir werden dieses Thema jedoch zu einem späteren Zeitpunkt behandeln.

Was tun mit nicht tragenden Kühen? Es versteht sich von selbst, dass das Ziel darin besteht, sie zu besamen, und dass dies zum richtigen Zeitpunkt erfolgen sollte. Setzen Sie sich zum Beispiel Ziele, um die Möglichkeit zu haben, jede Kuh bis 21 Tage nach Ablauf der freiwilligen Wartezeit zu besamen. Dies bedeutet, dass wir eine sehr klare Fokusgruppe von Kühen haben, bei denen die Brunstbeobachtung entweder durch visuelle Beobachtung, durch automatische Aktivitätsmessung (Abbildung 2) oder Milchprogesteron (Abbildung 3) erfolgt.

Abbildung 2: DelPro Aktivitätsmessung. Eine Erhöhung der Aktivität ist ein deutliches Zeiten einer Brunst.

Abbildung 3: DelPro Progesteronkurve, gemessen mit dem Herd Navigator.

Auch nach intensiver Brunstbeobachtung können 21 Tage nach der freiwilligen Wartezeit noch Kühe übrig sein, die nicht besamt sind. Sie sind möglicherweise anöstrisch oder haben eine andere Fruchtbarkeits- oder Gesundheitsstörung. Dies sind genau die Kühe, die wir identifizieren möchten. Diese nicht funktionierenden Kühe werden aufgrund von „Fruchtbarkeitsproblemen“ zu jenen, die die Herde verlassen. Unsere Chance ist es, die Kuh wieder in den Zyklus zu bringen damit verhindern, dass sie vorzeitig die Herde verlasen muss.

Sie können sich im DelPro eine Liste aller Kühe anzeigen lassen, die nach den festgelegten Kriterien noch offen sind. Durch Hinzufügen Ihrer anpassbaren Standardarbeitsanweisungen (Standard Operating Procedures, SOPs) zu diesen Listen werden Sie nicht nur über die Kühe informiert, sondern auch über die nächsten Maßnahmen, die getätigt werden sollten. Dieselben Filter hinter den Listen können verwendet werden, um Kühe automatisch zum nächsten Tierarztbesuch einzuladen, sodass dem Tierarzt automatisch auffällige Kühe präsentiert werden. Das Ergebnis eines Tierarztbesuchs könnte sein, dass sie gesund ist und nur ein wenig mehr Zeit benötigt, oder dass eine andere medizinische Behandlung erforderlich ist. Die Expertenmodule für Gesundheit und zeitgesteuerte KI protokollieren alle von Ihrem Tierarzt empfohlenen Maßnahmen und Behandlungen, damit Sie diese Kühe im Blick behalten können. Somit wird verhindert, dass sie die Herde zu früh mit „Fruchtbarkeitsproblemen“ verlassen, die wahrscheinlich gar keine sind.

Bei der Langlebigkeit geht es nicht nur darum, die Kühe länger zu halten, sondern auch darum, die produktive Lebensdauer der Kühe in unserer Herde zu verlängern. Die richtigen Kühe im Fokus zu haben und zum richtigen Zeitpunkt konsequent zu handeln, wird hoffentlich zu mehr Möglichkeiten führen, Kühe besamen zu lassen, die Anzahl der Trächtigkeiten zu erhöhen und weniger unnötige Schlachtungen zu verursachen. Wenn es richtig angewendet wird, hilft DelPro dabei, das alles ein wenig einfacher zu machen.

Literatur:
Ranasinghe, R. M., T. Nakao, K. Yamada, and K. Koike. 2010. Silent ovulation, based on walking activity and milk progesterone concentrations, in Holstein cows housed in a free-stall barn. Theriogenology 73:942–949

 

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